Montag, 18. November 2019
You are here: RENAC International | 34. Friedensfilmpreis 2019
Yuri Amaral (Cutter) und Eliza Capai (Regisseurin) bei der Preisverleihung

Mit dem Friedensfilmpreis bei den 69. Internationalen Filmfestspielen Berlin 2019 wird ausgezeichnet:

«Espero tua (re)volta» (Your Turn) von Eliza Capai, Brasilien 2019, 93’.

Der Preisträgerfilm zieht uns in einen hochaktuellen und universellen Konflikt: den Kampf um Bildung für alle. Die gesellschaftliche Emanzipation der jungen Generation steht für die politische Dimension dieses Kampfes. Der im Kollektiv entstandene Film überzeugt durch seine intelligente Montage und seine originelle Erzählform. Die mitreißende Dynamik des Films inspiriert uns selbst gewaltfrei gegen den Missbrauch staatlicher Autorität auf die Barrikaden zu gehen.
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Lobende Erwähnungen gehen zusätzlich an:

System K, von Renaud Barret, Frankreich 2019, 94‘.
System K - K steht für Kinshasa im Kongo, ist ein Dokumentarfilm von dem Belgier Renaud Barret. Ein emanzipatorischer Film, kein Afrika-Recycling-Müll Film, der uns daran erinnert was Kunst ausrichten kann und auch sollte! Kunst, die nicht für einen Kunstmarkt oder für eine Elite in Museen produziert wird. Sondern die draußen stattfindet, auf der Straße, im Chaos, die sich in die Gefahr begibt. Kunst, die sich nicht zu eitel ist aktivistisch zu sein. Wir lernen verschiedene Kongolesische Künstlerinnen und ihre Praxen kennen und wie sie kollektiv zusammenarbeiten und sich unterstützen, eine radikale Avantgarde, die Kunst macht um zu Leben und damit ihrer Gesellschaft eine kritische Stimme gibt, immer am Rande des Abgrunds, ohne jegliche Unterstützung. Und das möchten wir würdigen.

Midnight Traveler von Hassan Fazili und Emelie Mahdavian
mit Nargis Fazili, Zahra Fazili, Fatima Hussaini, Hassan Fazili, USA / Großbritannien / Katar / Kanada 2019, 87‘

Midnight Traveler ist ein Dokumentarfilm von Hassan Fazili, einem afghanischen Regisseur, der aufgrund von Todesdrohungen der Taliban mit seiner Familie geflohen ist. Es ist ein persönliches Dokument der Flucht aus der Perspektive der Geflüchteten selber. Aufgenommen nur mit dem Handy. Lachend, weinend, tanzend, prügelnd, rennend und wartend begleitet man seine zwei Töchter, seine Frau und ihn über drei Jahre. Ein Film, den jede Europäerin sehen sollte, denn es sind unsere unmenschlichen Außengrenzen, die Geflüchtete in Lager stecken, sie in Ungewissheit warten lassen, sie in die Hände von Ausbeutern treiben und wo der politische Willen zu einer Lösung bis heute nicht in Sicht ist.