Mittwoch, 12. Dezember 2018
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Kinder aus Hass

von Simone Schmollack

Jasmila Zbanics Spielfilm »Esmas Geheimnis – Grbavica«, auf der Berlinale 2006 dreifach preisgekrönt und jetzt in unseren Kinos, erzählt von den Folgen der Massenvergewaltigungen im Bosnien-Krieg.
Es sind vor allem die leisen Szenen, die den Film ganz laut machen: Wenn die Kamera über die Gesichter der Frauen wandert und diese die Augen schließen. Es ist unklar, ob sie es aus Müdigkeit tun oder weil sie die Vergangenheit aus ihrem Gedächtnis jagen wollen. Eine Vergangenheit, die hartnäckig ist und die immer wieder an die Oberfläche dringt. Sie ist stärker als vieles andere, was die Frauen erlebt haben. Denn sie heißt Massenvergewaltigung.

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Das bosnische Trauma

Die Berlinale-Siegerin Jasmila Zbanic und ihr Film „Esmas Geheimnis“

Heilen braucht Zeit
Gespräch mit der Regisseurin über die vergewaltigten Frauen, den Boykott ihres Films – und ihre Jugend in Sarajewo
Frau Zbanic, „Esmas Geheimnis“ hat in Bosnien-Herzegowina 180 000 Zuschauer ins Kino gelockt, ein überwältigender Erfolg. In der serbischen Teilrepublik von Bosnien wurde er dagegen boykottiert. Was hat sich inzwischen getan?
Es gibt in dieser Teilrepublik nur ein reguläres Kino, in der Hauptstadt Banja Luka. Der Besitzer wollte „Esmas Geheimnis“ ursprünglich zeigen. Aber nachdem ich bei der Berlinale-Preisverleihung gesagt hatte, die Kriegsverbrecher Mladic und Karadzic müssen gefasst werden, befürchtete er, radikale Gruppen könnten sein Kino zerstören, wenn er meinen Film ins Programm nimmt.

 

 

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