Sonntag, 19. Januar 2020
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Panahi-Aktion2
Die Jury bei der Solidaritätsaktion vor dem Berlinale-Palast. (von links: Christoph Heubner, Marianne Wündrich-Brosien, Helgard Gammert, Mehdi Benhadj-Djilali, Maria Ponzi, Monica Puginier, Burhan Qurbani)

Die subversive Kraft und Wirkungsmacht von Filmen zeigt sich nicht zuletzt in der Angst der Machthaber vor diesem Medium, in ihrem erbarmungslosen Vorgehen gegen Filmschaffende. Beispiel dafür ist der iranische Filmemacher Jafar Panahi, dessen Stuhl in der Berlinale-Jury, wie auch schon im Sommer beim Filmfestival in Cannes, leer blieb. Panahis bisherige Filme sind genaue Beschreibungen vom Alltag der kleinen Leute, von der Situation von Frauen, von sozialen Problemen einzelner, in ihnen schwingt leise die Sehnsucht nach Glück und nach einem selbst bestimmten Leben. Im letzten Jahr wurde er, wie auch sein Kollege Mohammad Rasoulof, zu 6 Jahren Haft und 20 Jahren Arbeits- und Reiseverbot verurteilt - nicht etwa wegen eines fertig gestellten Films, dessen Inhalt sich offen gegen die im Iran Herrschenden gerichtet hätte. Die Furcht vor den Inhalten und den Wirkungen eines Filmes, der gerade erst als Idee existierte, hatte die Iranische Regierung zu diesem brutalen Schritt veranlasst.
Panahis Botschaft an die Berlinale klingt wie die Skizze einer Kultur des Friedens, der die IPPNW sich verpflichtet fühlt: „In meinen Träumen schreie ich nach einer Zeit, in der wir uns gegenseitig tolerieren und unsere jeweiligen Meinungen respektieren, in der wir füreinander leben können.“
Die Friedensfilmpreis-Gruppe hat mit einer vielbeachteten Plakataktion „Wo bleibt Jafar Panahi?“ die klare und solidarische Haltung der Berlinale-Leitung verstärkt.

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