Montag, 1. Juni 2020
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Er sollte hier sein

Solidarität mit Jafar Panahi

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Die Friedensfilmpreis-Gruppe setzte während der Festspiele ihre Solidaritätsaktion mit dem iranischen Regisseur Jafar Panahi im dritten Berlinale-Jahr fort, diesmal mit dem leisen, beharrlichen Protest „Er sollte hier sein“. Panahi war wegen seiner Unterstützung für die Demokratiebewegung im Iran 2010 zu 20 Jahren Arbeitsverbot  und Hausarrest verurteilt worden – mit Androhung einer 6jährigen Haftstrafe bei Zuwiderhandlung. Sein Film „Parde“ (Closed Curtain), im vergangenen Jahr am Kaspischen Meer illegal gedreht, ist ein ebenso mutiges wie verzweifeltes Aufbegehren gegen diese Auflagen.   

Auf der Pressekonferenz nach der Uraufführung des Films hatte der Iranische Außenminister Ali Akbar Salehi versöhnende Worte gefunden: „Es gab vielleicht ein paar Fehler und Probleme in meinem Land, was diese Filmemacher angeht. Da stimme ich zu. Ich persönlich finde, dass wir im Umgang mit diesen Filmemachern mehr Gelassenheit und Geduld haben sollten. Diese Fälle sollten mit mehr Nachsicht und Geduld behandelt werden.“ (3sat Kulturzeit vom 12.2.)
Aber gleich nach Ende der Berlinale kamen harsche Töne und Drohungen aus Teheran: der iranische Vize-Kulturminister, Dschawad Schmaghdari protestierte gegen die Aufführung von Panahis Film in Berlin.  „Im Iran müssen Filme mit Erlaubnis gedreht und auch mit Erlaubnis ins Ausland geschickt werden, daher ist die Produktion und Aufführung dieses Films illegal und dementsprechend eine Straftat“. Bis jetzt habe man Geduld gezeigt. „Aber nicht wir sondern die Polizei ist für so etwas zuständig.“ Damit rief er zu Panahis Strafverfolgung auf. (taz vom 20.2.2013)

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