
"Gut, dass es den Friedensfilmpreis gibt. Er ist wichtiger denn je: die Welt ist voller Kriege, Ungerechtigkeit, Folter und Ausbeutung. Da ist die Auszeichnung durch diesen renommierten Preis nicht nur eine Ermutigung für die engagierten Filmemacher/innen, sondern generiert auch Öffentlichkeit für die Opfer."
Dieter Kosslick (Festivaldirektor/ Berlinale), im Januar 2012
**Vom 9. bis 19. Februar 2012 finden die 62. Internationalen Filmfestspiele in Berlin statt. Neben der Jagd auf die begehrten „Bären“ setzt der unabhängige Friedensfilmpreis seit 1986 regelmäßig wichtige Akzente.**
Die Jurymitglieder sehen zehn Tage lang Filme aus allen Sektionen des Berlinale-Wettbewerbs. Vom Drama bis zum Kinderfilm werden sie nach Botschaft, sozialem Engagement und Umsetzung beurteilt. Zu den Friedenspreisträgern der letzten Jahre zählen Filme von Marcel Ophüls, Dennis O'Rourke, Michael Winterbottom und Bille August.
Der Friedensfilmpreis wurde im UNO-Jahr des Friedens 1986 von Berliner Friedensgruppen gestiftet. Seitdem ist er fester Bestandteil der Internationalen Filmfestspiele Berlin und wird jährlich auf der Berlinale verliehen.
Wir sind zu Beginn des dritten Jahrtausends vor neue globale Herausforderungen gestellt. Die Krise in der Golfregion ist durch den Angriffskrieg der USA und ihrer Verbündeten ebenso wenig gelöst worden, wie Afghanistan befriedet worden ist. Die Globalisierung vertieft weltweit wirtschaftliche und soziale Ungerechtigkeit, statt sie zu überwinden. Sie ist mehr Bedrohung als Chance für einen Brückenschlag zwischen unterschiedlichen Kulturen, unterschiedlichen Staaten, Ethnien und Religionen. Wie lässt sich die Gefahr des Terrorismus bannen, ohne dass der Kampf dagegen neue unabsehbare Konflikte heraufbeschwört? In Afghanistan wie auch in vielen anderen Regionen der Welt – im Nahen Osten, auf dem Balkan, in Afrika und Tschetschenien – gilt heute mehr denn je: Frieden heißt nicht nur Abwesenheit von Krieg.
Das Kino kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten mit seiner ganz besonderen Eigenschaft: Über Grenzen hinweg das Denken und Fühlen der Menschen zugleich zu erreichen.
Der Friedensfilmpreis wird in Form einer Bronzeplastik verliehen und ist mit 5000 Euro dotiert. Der Preis geht an einen Film, der die ästhetischen Mittel des Films in besonderer Weise in den Dienst des friedlichen Miteinanders und des sozialen Engagements stellt. Er wird gestiftet von der Initiative Friedensfilmpreis in Verbindung mit der Heinrich-Böll-Stiftung und der Internationalen Vereinigung der Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW), Trägerin des Friedensnobelpreises 1985.
Seit seiner Gründung ist der Preis von Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft, Politik und Kirche unterstützt worden, unter ihnen Günter Grass, Inge und Walter Jens, Leonie Ossowski, Andreas Dresen sowie Otmar Alt, der die Bronzeplastik entwarf.