Über die EmpfehlungenDie Nachfrage in den letzten Jahren war lebhaft, die Resonanz in der Filmbranche gut: Auch dieses Jahr empfehlen einzelne Mitglieder der Friedensfilmpreis-Jury jeden Tag einen sehenswerten Berlinale-Friedensfilm. Die FriedensFilm-Empfehlungen weisen auf Filme hin, die Mut machen, in denen Konflikte gewaltfrei gelöst werden, die den Horizont erweitern, die Zuschauer berühren und im besten Fall verändern. Jeden Berlinale-Tag präsentieren wir Ihnen und ihrer Hörer-, Zuschauer- und Leserschaft einen Film, der politisch brisant und filmisch wertvoll ist. Die Filme sind zum Zeitpunkt der Empfehlung noch mindestens einmal auf dem Festival zu sehen. Jede Empfehlung gibt eine einzelne Meinung eines Jurors, einer Jurorin wieder. Die Empfehlungen werden unabhängig von der Entscheidung der Jury des Friedensfilmpreises über den Preisträger 2012 abgegeben und erlauben keinen Rückschluss auf den Gewinner des 27. Friedensfilmpreises. Sie wollen in den E-Mail-Verteiler für die Empfehlungen aufgenommen werden? Bitte senden Sie uns eine Nachricht über das Kontaktformular
17. Februar 2012 - Der Preisträger.„Czak A Szel - Just The Wind“ (HU/ D/ FR/ 2012)
Begründung der Jury: Die Jury des Friedensfilmpreises 2012 zeichnet „Csak a szel- Just a Wind“ des ungarischen Regisseurs Bence Fliegauf aus. Ausgehend von einer realen Mordserie an Roma in Ungarn, erzählt der Film „Just the Wind“ einen Tag im Leben einer Roma Familie, vierundzwanzig Stunden der Angst vor der Gewalt, die sich das nächste Opfer sucht. In unvergesslichen Bildern zeichnet der Regisseur den Wendekreis der Angst, in dem die Roma leben, immer auf der Flucht, immer in Erwartung der nächsten Demütigung, immer in der Not, lieber unsichtbar und schutzlos, als sichtbar und ausgeliefert zu sein.
Der Regisseur Bence Fliegauf romantisiert die Roma und ihre Lebenswelt nicht, sondern er zeichnet mit traurigem Ernst die Welt der Schutzlosen, die mit uns leben, und deren Alltag im Europa des 21. Jahrhunderts immer noch von Ressentiment, Tabus und Gewalt bestimmt ist.
Csak a szel-Just the Wind Ungarn / Deutschland / Frankreich 2012, 98 Min Regie Bence Fliegauf
16. Februar 2012"Xingu" (Brasilien/ 2011)1943 treffen die Brüder Orlando, Claudio und Leonardo Villas-Bôas bei der Erschließung Zentralbrasiliens auf Xingu-Indianer. Mit großer Leidenschaft entdecken Brüder und Ureinwohner die Gebräuche und Sozialsysteme der anderen...
15. Februar 2012"Nuclear Nation" (Japan/ 2011)Am 11. März 2011 besiegelte der Tsunami die Existenz der Kleinstadt Futaba in der japanischen Provinz Fukushima. Ein großer Teil des Ortes wurde vom Meer verschluckt. Am Tag darauf traf nuklearer Fallout von dem drei Kilometer entfernten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi die Überreste des Ortes.
14. Februar 2012"Soldier/Citizen –Bagrut Lochamim" (Israel/ 2012)Begründung des Jury-Mitglieds Monika Puginier: Dieser Film der israelischen Regisseurin Silvina Landsmann ist eine sehr spannenden Dokumentation. Der zivilgekleidete Lehrer unterrichtet seine uniformierten Soldaten über die Begriffe Pluralismus und erklärt die Konsequenzen für den demokratischen Rechtsstaat Israel. Natürlich geht es dabei auch um den Gründungsmythos des Staates Israel und die Erfahrungen der Soldaten im Alltag des Nahostkonfliktes. Es entsteht eine heftige Diskussion unter den Soldaten, insbesondere bei dem Begriff des „Befehlsnotstandes“. Dieser Film vermittelt auch Einblicke in Angst und unversöhnliche Ansichten und eine friedliche Koexistenz scheint unvorstellbar. Der Film ist ein gebündeltes Porträt der heutigen gespaltenen israelischen Gesellschaft. Israel 2012, 68 Min Weitere Vorstellungen: Di 14.02. 19:30
13. Februar 2012"Ai Weiwei: Never Sorry" (USA/ 2012)Drei Jahre lang begleitete Alison Klayman den weltweit gefeierten Aktivisten. Aus Hunderten Stunden Material montierte sie das erste abendfüllende Filmporträt über ihn: eine differenzierte Beschreibung heutiger chinesischer Zustände zwischen Willkür und Widerstand. USA 2012, 91 Min, Englisch, Mandarin Als Film der Sektion "Berlinale Spezial" wird er ausserhalb des Wettbewerbs gezeigt. Aufgrund seiner thematischen Wichtigkeit wird er dennoch an dieser Stelle erwähnt. REGIE Alison Klayman Weitere Vorstellungen: Mo 13.02. 18:00 Cubix 8 (E)
12. Februar 2012"The Reluctant Revolutionary" (Großbritannien/ Irland/ 2011)Regisseur Sean McAllister macht aus einem unscheinbar wirkenden Protagonisten einen echten Helden, der den Jemen und seine Revolution zugleich erlebt und für den Zuschauer erfahrbar macht. Begründung von Burhan Qurbani: Der Film hat mich stark berührt. Lasst ihn mich mit folgenden Adjektiven beschreiben: kraftvoll, intensiv, persönlich. Einfach "dicht dran"... Großbritannien / Irland 2011, 70 Min Weitere Vorstellungen: So 12.02. 17:30
11. Februar 2012„Aujourd'hui“ (Frankreich/ Senegal/ 2011)Regisseur Alain Gomis kehrt ein Thema des senegalesischen Kinos um: Anders als in vielen Filmen, die sich mit Auswanderung und Neokolonialismus befassen, geht es hier um einen Mann, der aus Amerika in sein Heimatland zurückgekehrt ist. An seinem letzten Tag, an dem man ihn zu Beginn liebevoll begleitet und wie einen Heiligen behandelt, entdeckt er auch die Boshaftigkeit und die Gier seiner Mitmenschen. Was aus der Ferne in verklärter Erinnerung blieb, entpuppt sich teilweise als banale Realität – eine Realität jedoch, in der Satché trotz allem Frieden und Ruhe findet. Begründung von Helgart Gammert: Der Film ist eine Parabel auf das Leben und den Tod. Poetisch, vielschichtig, fremdartig und doch so menschlich. Ein sensibel erzählter Film, für sensible Kinobesucher. Frankreich / Senegal 2011, 86 Min Weitere Vorstellungen (nur Restkarten): Sa 11.02. 09:30
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