Sonntag, 26. März 2017
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Friedensfilmpreis 2015: THE LOOK OF SILENCE

von Joshua Oppenheimer

Mehr als eine Million Menschen wurden in Indonesien nach dem Militärputsch von 1965 grausam und willkürlich umgebracht. Verbrechen die nie aufgearbeitet noch geahndet wurden. Über die Täter drehte Joshua Oppenheimer bereits den preisgekrönten Dokumentarfilm „The Act of Killing“. In seinem neuen Film „THE LOOK OF SILENCE“ wechselt er die Perspektive. Adi, der Bruder eines der Ermordeten, sucht den Kontakt mit den Tätern und befragt sie zu ihren Taten. Oppenheimer gelingt es auf ergreifende Weise ein gesellschaftliches Tabu aufzubrechen. Daraus entstand ein Film über die Abgründe menschlicher Grausamkeit und über die hoffentlich ebenso große Fähigkeit zur Versöhnung. Die tödliche Stille lässt sich durch Nachfragen überwinden. Das öffnet Opfern und Tätern die Chance zum Weiterleben in einer versöhnten Welt. Das ist eine einfache, aber so sehr wichtige Botschaft des Films. [mehr]

Eine lobende Erwähnung spricht die Friedensfilmpreisjury dem Film FLOTEL EUROPA aus (Vladimir Tomic, Srdjan Keca, Selma Jusufbegovic, Dänemark/Serbien 2015). Der Film zeigt Flüchtlinge nicht als Objekte unserer Ängste oder Mildtätigkeit, sondern als selbstbewusste Subjekte ihres Handelns, sie nehmen ihr Schicksal in die Hand.
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Die Jury 2015 

v.l.n.r.: Claudia Gehre, Anna Sofie Hartmann, Martin Zint, Lena Müller, Katrin Schlösser, Ruth Marianne Wündrich-Brosien, Michael Kotschi, Helgard Gammert, Andreas Altenhof