Friedensfilmpreis 2011 für „Morgen wird alles besser“
der polnischen Regisseurin Dorota Kedzierzawska


„Der Himmel sieht genauso aus wie unserer.“ „Quatsch, er ist vollkommen anders. Und ab jetzt ist es unser Himmel. Irgendwann kommen wir wieder zurück.“ „Wirklich? Wie denn?“ „Wir kommen als Könige zurück.“

Sie sind keine Ausreißer: Lyapa, Vasja und sein kleiner Bruder Petya. Niemand vermisst sie, wo sie bislang lebten. Waisenkinder lassen keine sorgenvolle Mutter zurück. In ihren Kinderseelen haben sie die Hoffnung auf ein besseres Morgen. Diese Hoffnung treibt sie an. Bei ihren langen Fußmärschen über Gleise, die kein Ende zu haben scheinen. Durch den dichten Wald. Eine Marktfrau steckt Petya, dem Jüngsten, ein Stück Brot zu – weil sie sein zahnloses Lachen rührt. Die vorbeifahrende Hochzeitsgesellschaft gibt ihnen Wodka aus. So schlagen sie sich durch. Dort, wo sie hingehen, wartet ein besseres Leben auf sie, bestimmt.

Die polnische Regisseurin Dorota Kedzierzawska erzählt ihren Film nach einer wahren Begebenheit. In einem Interview mit dem Online-Portal „Junge Journalisten“ sagt sie: „Diese Geschichte ist eine Geschichte von zwei Brüdern, die Straßenkinder in Russland waren. Ich habe dazu eine Radiosendung in Polen gehört, wo Leute eingeladen wurden anzurufen und sich zu der Geschichte zu äußern. Leider ist es geschehen, dass die Hälfte der Anrufer für die Abschiebung der Jungen waren, was mich sehr empört hat. Von dem Moment an habe ich mich entschlossen, über diese Geschichte einen Film zu machen.“

Die Jury des Friedensfilmpreises 2011 hat sich entschieden, dem Film „Jutro Bedzie Lepiej" / Morgen wird alles besser“ aus der Sparte Generation Kplus in diesem Jahr den Preis zu verleihen.

Die Preisverleihung findet am Sonntag, 20. Februar 2011, um 17 Uhr im Kino Babylon, Rosa-Luxemburg-Straße 30, Berlin-Mitte statt.

Die Jury-Begründung:

Drei Könige der Hoffnung

Drei russische Straßenkinder machen sich auf den Weg: Sie verlassen die Bahnhofsbänke unter denen sie schlafen – hungrig, ungewaschen und immer umdrängt von den alltäglichen, beißenden Bedrohungen. Aber sie halten einander fest. Zwei Brüder und der Ältere, irgendwo in einer anderen Welt leuchtet die Hoffnung, die auf sie wartet. Und sie werden zurückkehren:  Als Könige.

Mit eindringlichen und poetischen Bildern erzählt die polnische  Regisseurin Dorota Kedzierzawska dieses so bittere Märchen unserer heutigen Realität.

Mit den Augen der Kinder entlarvt sie die harte Welt der Erwachsenen und der von ihnen gezogenen Grenzen.

Und Pedya, der Sechsjährige, durchleuchtet die Welt – direkt ins Herz.